Wie erleben Erwachsene den Prozess einer späten Autismus-Diagnose?
Originaltitel: Das Erleben einer späten Autismus-Diagnose im Erwachsenenalter
Die qualitative Studie untersucht mittels Interviews, wie Erwachsene den Weg zu und die Zeit nach einer späten Autismus-Diagnose erleben, einschließlich Erleichterung, Trauer und Identitätsneubewertung.
- Autor:innen
- Lewis, L. F.
- Jahr
- 2016
- Studiendesign
- Qualitative Interviewstudie
- Publikation
- Journal of Autism and Developmental Disorders
Worum geht es?
Welche subjektiven Erfahrungen machen Erwachsene, die erst spät im Leben eine Autismus-Diagnose erhalten?
Wie wurde untersucht?
Halbstrukturierte Interviews mit spät diagnostizierten autistischen Erwachsenen, thematische Analyse der Aussagen zu Diagnoseweg, Emotionen und Identität.
Was kam heraus?
- Viele Teilnehmende beschrieben jahrelange Fehldiagnosen, bevor sie eine Autismus-Diagnose erhielten.
- Die Diagnose wurde häufig als Erleichterung und Erklärung für frühere Lebenserfahrungen erlebt.
- Gleichzeitig berichteten viele von Trauer über verpasste Unterstützung in Kindheit und Jugend.
- Der Zugang zu autistischer Community nach der Diagnose wurde als bedeutsam für die Identitätsentwicklung beschrieben.
Was wir daraus ziehen können
- Eine späte Diagnose kann sowohl entlastend als auch emotional herausfordernd sein.
- Begleitung nach der Diagnosestellung ist ebenso wichtig wie der Diagnoseprozess selbst.
- Vernetzung mit anderen autistischen Menschen unterstützt die Verarbeitung.
Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.
Grenzen der Aussage
Kleine, selbstselektierte Stichprobe schränkt die Übertragbarkeit der Ergebnisse ein.
- Qualitative Methodik erlaubt keine statistische Verallgemeinerung.
- Teilnehmende überwiegend aus westlichen, gebildeten Kontexten.
- Keine längerfristige Nachverfolgung nach der Diagnose.
Quellen
Originalarbeit und weiterführende offizielle Referenzen.
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