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ADHSKinderTherapieSchuleEvidenzstufe I

Training exekutiver Funktionen bei Kindern mit ADHS

Originaltitel: Executive function training in children with ADHD

Trainingseffekte auf Testebene sind nachweisbar, die Übertragung in den Alltag bleibt begrenzt.

Autor:innen
Cortese, S. et al.
Jahr
2023
Studiendesign
Meta-Analyse randomisierter Studien
Publikation
Meta-Analyse (exemplarische Einordnung)

Worum geht es?

Verbessert kognitives Training (z. B. Arbeitsgedächtnistraining) die ADHS-Symptomatik im Alltag von Kindern?

Wie wurde untersucht?

Meta-Analyse randomisiert-kontrollierter Studien; getrennte Auswertung für Bewertungen durch nahe (Eltern/Lehrkräfte, unverblindet) und verblindete Beobachtende.

Was kam heraus?

  • Auf den trainierten Testaufgaben verbessern sich Kinder deutlich.
  • Bei verblindeter Bewertung schrumpfen die Effekte auf Alltagssymptome stark – teils bis zur Bedeutungslosigkeit.
  • Effekte durch nicht-verblindete Eltern-Ratings überschätzen den Nutzen systematisch.

Was wir daraus ziehen können

  • „Gehirnjogging“-Apps sind kein Ersatz für Verhaltenstherapie, Umfeldanpassung oder – wenn indiziert – Medikation.
  • Nützlich ist, was direkt am Alltag ansetzt: Struktur, Routinen, externe Hilfen, Nachteilsausgleich in der Schule.
  • Beim Lesen von Studien immer prüfen: Wer hat bewertet – und wusste diese Person, in welcher Gruppe das Kind war?

Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.

Grenzen der Aussage

Heterogene Interventionen, häufig unverblindete Bewertung.

  • Sehr unterschiedliche Trainingsprogramme werden zusammengefasst.
  • Kurze Nachbeobachtungszeiträume, wenig Daten zu Langzeiteffekten.
  • Publikationsbias: Studien ohne Effekt werden seltener veröffentlicht.

Quellen

Originalarbeit und weiterführende offizielle Referenzen.

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