Warum wird Masking bei autistischen Jungen und Männern seltener erkannt?
Originaltitel: Masking bei Jungen und Männern: Ein blinder Fleck der Autismusforschung
Das Review zu Camouflaging bei Autismus zeigt, dass Masking-Verhalten zwar häufiger bei Frauen untersucht wird, jedoch auch bei autistischen Jungen und Männern verbreitet ist und dort seltener erkannt oder erforscht wurde.
- Autor:innen
- Cook, J., Hull, L., Crane, L., Mandy, W.
- Jahr
- 2021
- Studiendesign
- Systematisches Review
- Publikation
- Clinical Psychology Review
Worum geht es?
In welchem Ausmaß zeigen autistische Männer und Jungen Camouflaging-Verhalten, und warum wird dies in Forschung und Klinik seltener beachtet?
Wie wurde untersucht?
Systematische Sichtung von Studien zu Camouflaging bei Autismus mit Fokus auf Geschlechterunterschiede, Definitionen und Erhebungsinstrumenten.
Was kam heraus?
- Auch autistische Jungen und Männer setzen substanzielle Camouflaging-Strategien ein, wenn auch tendenziell in geringerem Ausmaß als Frauen.
- Der Forschungsfokus auf weibliches Camouflaging hat dazu geführt, dass männliches Masking seltener untersucht wird.
- Gesellschaftliche Erwartungen an Männlichkeit können Camouflaging bei Jungen zusätzlich unsichtbar machen.
- Fachkräfte erkennen Erschöpfung durch Masking bei Jungen seltener als relevanten diagnostischen Hinweis.
Was wir daraus ziehen können
- Masking ist kein rein weibliches Phänomen und sollte bei allen Geschlechtern beachtet werden.
- Diagnostische Verfahren sollten Camouflaging unabhängig vom Geschlecht erfassen.
- Mehr Forschung zu männlichem Masking kann helfen, Versorgungslücken zu schließen.
Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.
Grenzen der Aussage
Die eingeschlossenen Studien fokussierten mehrheitlich auf binäre Geschlechtervergleiche, wodurch nichtbinäre Perspektiven fehlen.
- Uneinheitliche Definitionen von Camouflaging erschweren Studienvergleiche.
- Wenige Studien mit ausreichend großen männlichen Stichproben zu diesem Thema.
- Selbstberichtsverfahren könnten bei Jungen durch Männlichkeitsnormen beeinflusst sein.
Quellen
Originalarbeit und weiterführende offizielle Referenzen.
- OriginalstudieCook, J., Hull, L., Crane, L., Mandy, W. (2021): Masking bei Jungen und Männern: Ein blinder Fleck der Autismusforschung
DOI: 10.1016/j.cpr.2021.102080
- StudiePubMed-Eintrag der Studie
- LeitlinieAutismus-Diagnosekriterien Übersicht
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