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Komorbidität von Autismus und ADHS: eine systematische Übersicht und Metaanalyse

Originaltitel: Autism and ADHD co-occurrence: a systematic review and meta-analysis

Die Überlappung von Autismus und ADHS ist deutlich höher als früher angenommen: Schätzungen zufolge erfüllen 30–80 % der autistischen Menschen zusätzlich ADHS-Kriterien.

Autor:innen
Antshel, K. M. & Russo, N.
Jahr
2019
Studiendesign
Systematisches Review / Metaanalyse
Publikation
Current Psychiatry Reports (exemplarische Einordnung)

Worum geht es?

Wie häufig treten Autismus und ADHS gemeinsam auf, und was bedeutet das für Diagnostik und Versorgung?

Wie wurde untersucht?

Systematische Auswertung vorliegender Prävalenzstudien und klinischer Stichproben zu gemeinsamem Auftreten von Autismus und ADHS bei Kindern und Erwachsenen.

Was kam heraus?

  • Je nach Studie erfüllen 30–80 % der autistischen Menschen auch ADHS-Kriterien
  • Umgekehrt zeigen 20–50 % der Menschen mit ADHS auch autistische Merkmale
  • Kombinierte Profile gehen mit stärkeren Beeinträchtigungen im Alltag einher als jeweils eine Diagnose allein
  • Die Rate variiert stark je nach diagnostischem Instrument und Setting

Was wir daraus ziehen können

  • AuDHS ist kein Nischenphänomen, sondern statistisch häufig
  • Eine gründliche Diagnostik sollte beide Bereiche aktiv mitdenken
  • Kombinierte Profile brauchen oft individuell angepasste Unterstützung

Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.

Grenzen der Aussage

Die Studienlage ist heterogen, unterschiedliche Diagnosekriterien erschweren den Vergleich zwischen Studien.

  • Große Bandbreite der Prävalenzschätzungen je nach Methode
  • Viele Studien basieren auf klinischen statt bevölkerungsbezogenen Stichproben
  • Wenig Langzeitdaten zum Verlauf kombinierter Profile

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