Gemeinsame genetische Risikofaktoren von ADHS und Autismus
Originaltitel: Shared genetic risk between ADHD and autism spectrum disorder
Genetische Studien zeigen eine substanzielle Überlappung zwischen den Erbanlagen für Autismus und ADHS, was die hohe Komorbidität teilweise erklärt.
- Autor:innen
- Rommelse, N. N. et al. / Grove, J. et al.
- Jahr
- 2010
- Studiendesign
- Genetische Kopplungs- und GWAS-basierte Übersicht
- Publikation
- European Child & Adolescent Psychiatry (exemplarische Einordnung)
Worum geht es?
In welchem Ausmaß teilen Autismus und ADHS gemeinsame genetische Grundlagen?
Wie wurde untersucht?
Auswertung von Zwillings-, Familien- und genomweiten Assoziationsstudien (GWAS) zu gemeinsamen genetischen Risikofaktoren beider Diagnosen.
Was kam heraus?
- Zwillingsstudien zeigen eine deutliche genetische Korrelation zwischen Autismus- und ADHS-Merkmalen
- Mehrere genetische Risikovarianten wurden für beide Diagnosen gemeinsam identifiziert
- Die genetische Überlappung erklärt einen Teil, aber nicht die gesamte Komorbidität
- Umweltfaktoren und Diagnosepraxis spielen zusätzlich eine Rolle
Was wir daraus ziehen können
- AuDHS hat teilweise eine gemeinsame biologische Grundlage
- Die Trennung in zwei getrennte Diagnosen bildet die Biologie nur teilweise ab
- Genetische Forschung kann zukünftig zu präziserer Diagnostik beitragen
Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.
Grenzen der Aussage
Genetische Studien liefern statistische Zusammenhänge auf Gruppenebene, keine individuellen Vorhersagen.
- Ergebnisse gelten für Gruppen, nicht für Einzelpersonen
- Polygenic Scores erklären bislang nur einen Teil der Varianz
- Studienpopulationen sind überwiegend europäischer Abstammung
Quellen
Originalarbeit und weiterführende offizielle Referenzen.
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