Exekutive Funktionen im Vergleich: ADHS, Autismus und AuDHS
Originaltitel: Executive function profiles in ADHD, autism, and combined presentations
Menschen mit ADHS, Autismus und AuDHS zeigen unterschiedliche Muster in exekutiven Funktionen wie Planung, Flexibilität und Impulskontrolle – bei AuDHS oft kumulativ verstärkt.
- Autor:innen
- Craig, F. et al.
- Jahr
- 2016
- Studiendesign
- Vergleichsstudie mit neuropsychologischen Tests
- Publikation
- Neuropsychiatric Disease and Treatment (exemplarische Einordnung)
Worum geht es?
Unterscheiden sich die Profile exekutiver Funktionen zwischen ADHS, Autismus und der Kombination beider?
Wie wurde untersucht?
Vergleich neuropsychologischer Testergebnisse (u.a. kognitive Flexibilität, Inhibition, Arbeitsgedächtnis) zwischen den drei Gruppen und einer Kontrollgruppe.
Was kam heraus?
- ADHS-Gruppe zeigte stärkere Schwierigkeiten bei Impulskontrolle und Daueraufmerksamkeit
- Autismus-Gruppe zeigte stärkere Einschränkungen bei kognitiver Flexibilität und Planung
- Die AuDHS-Gruppe zeigte Beeinträchtigungen in beiden Bereichen, teils additiv verstärkt
- Keine Gruppe war in allen Bereichen gleich stark betroffen – die Profile waren individuell unterschiedlich
Was wir daraus ziehen können
- AuDHS ist mehr als die Summe zweier Diagnosen, es entsteht ein eigenes Profil
- Exekutive Unterstützung sollte auf das individuelle Profil zugeschnitten sein
- Standardisierte Tests allein reichen für die Einschätzung im Alltag nicht aus
Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.
Grenzen der Aussage
Kleine Stichprobengrößen und Testsituationen im Labor bilden Alltagsanforderungen nur begrenzt ab.
- Geringe Teilnehmerzahl je Gruppe
- Laborbedingungen unterscheiden sich vom Alltag
- Keine Langzeitverlaufsdaten
Quellen
Originalarbeit und weiterführende offizielle Referenzen.
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