Aufhebung des DSM-Ausschlusskriteriums: Folgen für die Diagnostik von ADHS und Autismus
Originaltitel: Removal of the DSM exclusion criterion: implications for ADHD and autism diagnosis
Seit dem DSM-5 dürfen Autismus und ADHS erstmals gemeinsam diagnostiziert werden. Die Arbeit beleuchtet, wie sich diese Änderung auf Diagnostik und Forschung ausgewirkt hat.
- Autor:innen
- Grzadzinski, R. et al.
- Jahr
- 2016
- Studiendesign
- Übersichtsarbeit
- Publikation
- Molecular Autism (exemplarische Einordnung)
Worum geht es?
Welche Konsequenzen hatte die Aufhebung des gegenseitigen Ausschlusskriteriums von Autismus und ADHS im DSM-5?
Wie wurde untersucht?
Analyse der Diagnoseänderung und ihrer Auswirkungen anhand von Fallzahlen, klinischer Praxis und Forschungsentwicklung nach 2013.
Was kam heraus?
- Vor 2013 durfte ADHS bei bestehender Autismus-Diagnose formal nicht vergeben werden
- Nach der Änderung stieg die Zahl dokumentierter Doppeldiagnosen deutlich
- Kliniker berichten von genaueren Behandlungsplänen durch die Anerkennung beider Anteile
- Die Forschung zu AuDHS als eigenständigem Profil nahm seither spürbar zu
Was wir daraus ziehen können
- Diagnosekriterien beeinflussen direkt, wer als 'AuDHS' erkannt wird
- Viele Erwachsene wurden vor 2013 nur teilweise diagnostiziert
- Eine Nachdiagnostik kann bei vermuteter Doppeldiagnose sinnvoll sein
Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.
Grenzen der Aussage
Die Umstellung erfolgte schrittweise, sodass Vergleichszahlen vor und nach 2013 nicht immer direkt vergleichbar sind.
- Retrospektive Daten sind teils lückenhaft
- Regionale Unterschiede in der Umsetzung der neuen Kriterien
- Wenig Daten zu Erwachsenen, die vor der Änderung fehldiagnostiziert wurden
Quellen
Originalarbeit und weiterführende offizielle Referenzen.
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