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Diagnostische Validität von Selbstbeurteilungsskalen (ASRS, DIVA) bei ADHS im Erwachsenenalter

Originaltitel: Diagnostic validity of self-report scales (ASRS, DIVA) for adult ADHD

Selbstbeurteilungsskalen wie ASRS eignen sich gut als Screening-Instrument, ersetzen aber kein strukturiertes klinisches Interview wie das DIVA zur gesicherten ADHS-Diagnose.

Autor:innen
Kooij, J. J. S. et al.
Jahr
2019
Studiendesign
Validierungsstudie mit Vergleich gegen strukturierte klinische Interviews
Publikation
Journal of Attention Disorders (exemplarische Einordnung)

Worum geht es?

Wie gut stimmen Ergebnisse von Selbstbeurteilungsfragebögen mit strukturierten diagnostischen Interviews bei der Erkennung von ADHS im Erwachsenenalter überein?

Wie wurde untersucht?

Vergleich von ASRS-Fragebogenergebnissen mit dem strukturierten DIVA-Interview und klinischer Gesamtbeurteilung bei erwachsenen Patient:innen.

Was kam heraus?

  • Der ASRS zeigt eine gute Sensitivität als Screening-Instrument, produziert aber auch falsch-positive Ergebnisse.
  • Das strukturierte DIVA-Interview erfasst kindheitsbezogene Symptomkontinuität deutlicher als reine Selbstauskunftsbögen.
  • Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Symptompräsentation können die Screening-Genauigkeit beeinflussen.
  • Eine kombinierte Diagnostik aus Fragebogen, Interview und Fremdanamnese liefert die verlässlichsten Ergebnisse.

Was wir daraus ziehen können

  • Ein auffälliger Online-ADHS-Test ist ein Hinweis, aber keine Diagnose
  • Eine gesicherte Diagnose sollte immer ein strukturiertes klinisches Interview einschließen
  • Fremdanamnese (z. B. durch Angehörige) verbessert die diagnostische Genauigkeit deutlich

Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.

Grenzen der Aussage

Studienstichproben stammen überwiegend aus spezialisierten klinischen Zentren, was die Übertragbarkeit einschränkt.

  • Selbstberichtsverzerrungen (z. B. Unter- oder Überschätzung eigener Symptome) sind möglich
  • Kulturelle und sprachliche Unterschiede in Fragebogenübersetzungen wurden nicht immer geprüft
  • Geschlechtsspezifische Normwerte sind für viele Instrumente noch unzureichend etabliert

Quellen

Originalarbeit und weiterführende offizielle Referenzen.

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