Der Morgen verlangt viele kleine Handlungsstarts hintereinander. Genau das ist bei ADHS der schwierigste Teil – nicht das Können, sondern das Anfangen.
Was hilft
•Abends vorbereiten, was morgens Entscheidungen spart.
•Reihenfolge sichtbar aufhängen, mit Bildern statt Text.
•Timer statt Stimme: Geräte übernehmen das Drängeln.
Was eher nicht
•Mehrfach rufen und dann laut werden.
•Konsequenzen ankündigen, während die Zeit drängt.
•Vergleiche mit Geschwistern.
„Wir schaffen das zusammen. Ich sage dir nur den nächsten Schritt.“
Medikation ist eine medizinische Entscheidung mit guter Studienlage, aber sehr individueller Wirkung. Angehörige sind Begleitung, nicht Entscheidungsinstanz.
Was hilft
•Beobachtungen sachlich teilen, ohne zu bewerten.
•Zu Fachpersonen begleiten, wenn das gewünscht ist.
•Nebenwirkungen und Wirkung getrennt betrachten.
Was eher nicht
•Ungefragte Meinungen aus dem Netz.
•Druck in beide Richtungen – „nimm doch endlich“ oder „das brauchst du nicht“.
„Ich unterstütze deine Entscheidung. Sag mir, wie ich helfen kann.“
Diese Karten sind Orientierung, keine Therapieanleitung und keine Diagnostik. Jeder Mensch ist anders – frag im Zweifel die Person selbst, was sie gerade braucht.