Sensorische Überempfindlichkeit und Stressreaktion bei autistischen und ADHS-Erwachsenen
Originaltitel: Sensory over-responsivity and physiological stress reactivity in autistic and ADHD adults
Die Studie maß Hautleitfähigkeit und Herzrate während sensorischer Reizdarbietung, um den Zusammenhang zwischen sensorischer Überempfindlichkeit und Stressphysiologie zu untersuchen.
- Autor:innen
- Green, S. A. et al.
- Jahr
- 2018
- Studiendesign
- Experimentelle Laborstudie mit physiologischer Messung
- Publikation
- Journal of Autism and Developmental Disorders (exemplarische Einordnung)
Worum geht es?
Zeigen Erwachsene mit AuDHS eine stärkere physiologische Stressreaktion auf alltägliche Sinnesreize als neurotypische Personen?
Wie wurde untersucht?
68 Erwachsene (autistisch, ADHS, AuDHS, neurotypisch) wurden akustischen und taktilen Reizen ausgesetzt, während Hautleitfähigkeit und Herzrate erfasst wurden.
Was kam heraus?
- Teilnehmende mit AuDHS zeigten die stärksten und am längsten anhaltenden Stressreaktionen.
- Habituation an wiederholte Reize trat verzögert oder gar nicht ein.
- Subjektiv berichtete Reizempfindlichkeit korrelierte mit physiologischen Messwerten.
- Frauen und Männer unterschieden sich in dieser Stichprobe nicht signifikant.
Was wir daraus ziehen können
- Sensorische Überempfindlichkeit ist messbar und keine Einbildung, sondern körperlich nachweisbar.
- Erholungspausen nach Reizbelastung sind bei AuDHS besonders wichtig.
- Verständnis für verzögerte Habituation kann Selbstmitgefühl im Alltag fördern.
Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.
Grenzen der Aussage
Laborsituation nur begrenzt auf Alltag übertragbar, kleine Stichprobe pro Subgruppe.
- Künstliche Reizbedingungen im Labor entsprechen nicht vollständig dem Alltag.
- Subgruppengrößen für AuDHS relativ klein.
- Keine Langzeitverfolgung der Stressreaktion.
Quellen
Originalarbeit und weiterführende offizielle Referenzen.
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