Studienbibliothek
AutismusSensorikErwachseneEvidenzstufe III

Sensorische Überempfindlichkeit und Angst bei autistischen Erwachsenen

Originaltitel: Sensory Over-Responsivity and Anxiety in Autistic Adults

Die Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen sensorischer Überempfindlichkeit und Angstsymptomen bei autistischen Personen. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen wechselseitigen Zusammenhang: Sensorische Überflutung kann Angst verstärken und umgekehrt.

Autor:innen
Green, S. A., Ben-Sasson, A., Soto, T. W., & Carter, A. S.
Jahr
2012
Studiendesign
Längsschnitt- und Querschnittsstudie mit Fragebogen- und Verhaltensmaßen
Publikation
Journal of Autism and Developmental Disorders

Worum geht es?

Besteht ein Zusammenhang zwischen sensorischer Überempfindlichkeit und Angststörungen bei autistischen Menschen, und wie entwickelt sich dieser über die Zeit?

Wie wurde untersucht?

Erhebung sensorischer Reaktivität und Angstsymptome mittels standardisierter Fragebögen bei autistischen Teilnehmenden, teils mit Wiederholungsmessung über mehrere Jahre.

Was kam heraus?

  • Höhere sensorische Überempfindlichkeit ging mit signifikant höheren Angstwerten einher.
  • Der Zusammenhang blieb auch nach Kontrolle für allgemeine autistische Merkmalsausprägung bestehen.
  • Sensorische Überempfindlichkeit sagte spätere Angstsymptome vorher, nicht nur umgekehrt.

Was wir daraus ziehen können

  • Sensorische Reizüberflutung ist ein eigenständiger Risikofaktor für Angst.
  • Reizreduktion und sensorische Anpassungen können auch angstreduzierend wirken.
  • Angstbehandlung bei Autismus sollte sensorische Auslöser berücksichtigen.

Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.

Grenzen der Aussage

Die Stichproben waren teilweise klein und nicht immer repräsentativ für das gesamte Autismus-Spektrum.

  • Kleine bis mittlere Stichprobengrößen
  • Selbstbericht- und Elternfragebögen anfällig für subjektive Verzerrung
  • Kausalrichtung nicht in allen Teilstudien eindeutig belegbar

Hast du noch Fragen?

Deine Antwort markiert die Studie als gelesen.