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AutismusKinderDiagnostikEvidenzstufe III

Prävalenz von Autismus bei 8-jährigen Kindern in den USA im Zeitverlauf

Originaltitel: Prevalence and Characteristics of Autism Spectrum Disorder Among Children Aged 8 Years — Autism and Developmental Disabilities Monitoring Network

Das CDC-Überwachungsnetzwerk ADDM erfasst regelmäßig, wie viele 8-jährige Kinder in ausgewählten US-Regionen eine Autismus-Diagnose haben. Die dokumentierte Prävalenz ist über die letzten zwei Jahrzehnte deutlich gestiegen, was vor allem auf bessere Erkennung, breitere Diagnosekriterien und mehr Aufmerksamkeit zurückgeführt wird.

Autor:innen
Maenner, M. J. et al. (CDC ADDM Network)
Jahr
2023
Studiendesign
Bevölkerungsbezogene Surveillance-Studie (Querschnittserhebungen über mehrere Jahrgänge)
Publikation
MMWR Surveillance Summaries

Worum geht es?

Wie viele 8-jährige Kinder in den USA erhalten eine Autismus-Diagnose, und wie verändert sich diese Zahl über die Zeit?

Wie wurde untersucht?

Auswertung von Gesundheits- und Schulunterlagen tausender Kinder aus mehreren US-Bundesstaaten anhand standardisierter Fallkriterien, wiederholt in zweijährigem Abstand seit den frühen 2000er-Jahren.

Was kam heraus?

  • Die geschätzte Prävalenz stieg von rund 1 von 150 Kindern (2000) auf etwa 1 von 36 Kindern (2020er-Erhebung).
  • Der Anstieg betrifft alle untersuchten demografischen Gruppen, mit zunehmender Angleichung zwischen Gruppen mit früher unterschiedlicher Diagnoserate.
  • Jungen werden weiterhin häufiger diagnostiziert als Mädchen, das Verhältnis hat sich aber leicht angenähert.
  • Regionale Unterschiede bleiben bestehen und deuten auf ungleichen Zugang zu Diagnostik hin.

Was wir daraus ziehen können

  • Der Anstieg der Diagnoserate spiegelt vor allem bessere Erkennung wider, nicht zwingend eine tatsächliche Zunahme des Auftretens.
  • Zugang zu Diagnostik ist regional sehr unterschiedlich verteilt.
  • Mädchen und marginalisierte Gruppen wurden historisch unterdiagnostiziert.

Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.

Grenzen der Aussage

Die Daten stammen nur aus ausgewählten US-Regionen und sind nicht ohne Weiteres auf andere Länder übertragbar; Verzerrungen durch unterschiedlichen Zugang zu Versorgung sind möglich.

  • Nur Erhebung in bestimmten US-Bundesstaaten, keine bundesweite Stichprobe
  • Abhängigkeit von vorhandenen Akten statt eigener klinischer Untersuchung aller Kinder
  • Änderungen der Diagnosekriterien über die Jahre erschweren direkten Vergleich

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