Lärmempfindlichkeit und Leistungsfähigkeit neurodivergenter Beschäftigter im Großraumbüro
Originaltitel: Noise sensitivity and cognitive performance of neurodivergent employees in open-plan offices
Die Studie untersuchte, wie sich Geräuschpegel im Großraumbüro auf Konzentration und Wohlbefinden autistischer Beschäftigter auswirken.
- Autor:innen
- Jensen, K. L. et al.
- Jahr
- 2021
- Studiendesign
- Querschnittsstudie mit Fragebogen und kognitiven Leistungstests
- Publikation
- Journal of Occupational Rehabilitation (exemplarische Einordnung)
Worum geht es?
Beeinträchtigt Lärm im Großraumbüro die Arbeitsleistung autistischer Erwachsener stärker als bei nicht-autistischen Kolleg:innen?
Wie wurde untersucht?
Vergleich von autistischen und nicht-autistischen Beschäftigten (n=112) anhand von Selbstberichten, Cortisolwerten und standardisierten Aufmerksamkeitstests.
Was kam heraus?
- Autistische Beschäftigte berichteten deutlich häufiger von Erschöpfung nach Lärmbelastung.
- Cortisolwerte stiegen bei Reizüberflutung stärker an als in der Vergleichsgruppe.
- Rückzugsmöglichkeiten und Kopfhörer verbesserten die gemessene Konzentrationsleistung signifikant.
- Individuelle Unterschiede in der Reizverarbeitung waren größer als Gruppenunterschiede.
Was wir daraus ziehen können
- Ruhige Rückzugsorte sind für viele autistische Beschäftigte keine Bequemlichkeit, sondern Voraussetzung für Leistungsfähigkeit.
- Lärmschutz sollte individuell und nicht pauschal gestaltet werden.
- Frühzeitige Gespräche über Reizbedarf können Überlastung vorbeugen.
Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.
Grenzen der Aussage
Kleine Stichprobe, Querschnittsdesign lässt keine kausalen Schlüsse zu, Selbstauskünfte anfällig für Verzerrung.
- Keine Längsschnittdaten zur Entwicklung über Zeit.
- Branchenspezifische Unterschiede nicht berücksichtigt.
- Cortisolmessung nur an einzelnen Tagen erhoben.
Quellen
Originalarbeit und weiterführende offizielle Referenzen.
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