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Wie lässt sich Camouflaging bei Autismus messbar machen?

Originaltitel: Entwicklung und Validierung des Camouflaging Autistic Traits Questionnaire (CAT-Q)

Die Studie stellt den CAT-Q vor, einen Selbstbericht-Fragebogen zur Erfassung von Camouflaging-Verhalten bei autistischen Erwachsenen, mit drei Subskalen: Kompensation, Maskierung und Assimilation.

Autor:innen
Hull, L., Mandy, W., Lai, M.-C., Baron-Cohen, S., Allison, C., Smith, P., Petrides, K. V.
Jahr
2019
Studiendesign
Fragebogenentwicklung und Validierungsstudie
Publikation
Journal of Autism and Developmental Disorders

Worum geht es?

Lässt sich Camouflaging-Verhalten bei autistischen Erwachsenen reliabel und valide über einen Selbstbericht-Fragebogen erfassen?

Wie wurde untersucht?

Entwicklung eines Itempools basierend auf qualitativen Vorstudien, anschließende faktorenanalytische Prüfung und Validierung an autistischen und nicht-autistischen Erwachsenen.

Was kam heraus?

  • Der CAT-Q zeigte gute interne Konsistenz und eine stabile Drei-Faktoren-Struktur.
  • Autistische Teilnehmende berichteten signifikant höhere Camouflaging-Werte als nicht-autistische Vergleichsgruppen.
  • Frauen in der autistischen Stichprobe zeigten im Durchschnitt höhere Camouflaging-Werte als Männer.
  • Höhere Camouflaging-Werte hingen mit stärkerer subjektiver Belastung zusammen.

Was wir daraus ziehen können

  • Camouflaging lässt sich inzwischen mit einem validierten Instrument erfassen.
  • Der CAT-Q kann diagnostische und therapeutische Prozesse unterstützen.
  • Hohe Camouflaging-Werte sollten als Hinweis auf psychische Belastung ernst genommen werden.

Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.

Grenzen der Aussage

Die Validierungsstichprobe bestand überwiegend aus Erwachsenen mit vorheriger Diagnose, was Generalisierbarkeit auf undiagnostizierte Personen einschränkt.

  • Selbstberichtsverfahren sind anfällig für Introspektionsfähigkeit und Verzerrungen.
  • Kulturelle Übertragbarkeit außerhalb englischsprachiger Stichproben wenig geprüft.
  • Querschnittsdesign lässt keine Aussagen zu Verlauf über Zeit zu.

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