Sensorische Regulation und Community-Perspektiven auf Stimming bei autistischen Erwachsenen
Originaltitel: Sensory Regulation and Community Perspectives on Stimming in Autistic Adults
In dieser partizipativen, von autistischen Menschen mitgestalteten Studie wurden autistische Erwachsene zu ihren Erfahrungen mit Stimming (repetitiven Bewegungen oder Lauten) befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass Stimming meist eine wichtige regulierende Funktion hat statt ein zu unterdrückendes Symptom zu sein.
- Autor:innen
- Kapp, S. K., Steward, R., Crane, L., Elliott, D., Elphick, C., Pellicano, E., & Russell, G.
- Jahr
- 2019
- Studiendesign
- Qualitative Studie mit Interviews und thematischer Analyse (partizipative Forschung)
- Publikation
- Autism (exemplarische Einordnung)
Worum geht es?
Welche Funktion hat Stimming aus Sicht autistischer Menschen selbst, und wie erleben sie den gesellschaftlichen Druck, es zu unterdrücken?
Wie wurde untersucht?
Halbstrukturierte Interviews mit autistischen Erwachsenen, gemeinsam mit autistischen Co-Forschenden ausgewertet mittels thematischer Analyse.
Was kam heraus?
- Stimming wurde überwiegend als hilfreich für emotionale Regulation, Stressabbau und Konzentration beschrieben.
- Viele Teilnehmende berichteten von negativen Folgen, wenn sie Stimming unterdrücken mussten (Erschöpfung, erhöhter Stress).
- Soziale Stigmatisierung von Stimming führte häufig zu Masking-Verhalten.
Was wir daraus ziehen können
- Stimming sollte nicht pauschal unterdrückt, sondern als Selbstregulationsstrategie akzeptiert werden.
- Nur bei tatsächlicher Selbst- oder Fremdgefährdung sind gezielte Alternativen sinnvoll.
- Akzeptanz von Stimming kann psychische Belastung reduzieren.
Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.
Grenzen der Aussage
Als qualitative Studie mit begrenzter, selbstselektierter Stichprobe sind die Ergebnisse nicht statistisch verallgemeinerbar.
- Kleine, selbstselektierte Stichprobe überwiegend online rekrutiert
- Keine quantitative Erfolgsmessung von Interventionen
- Mögliche Verzerrung durch besonders artikulationsfähige Teilnehmende
Quellen
Originalarbeit und weiterführende offizielle Referenzen.
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