Soziale Unterstützung als Schutzfaktor für die psychische Gesundheit von Erwachsenen mit ADHS
Originaltitel: Social support as a protective factor for mental health in adults with ADHD
Die Studie untersuchte, ob soziale Unterstützung durch Partner, Familie und Freundeskreis Depressions- und Angstsymptome bei Erwachsenen mit ADHS abmildert.
- Autor:innen
- Sarver, D. E. & Lonigan, C. J.
- Jahr
- 2020
- Studiendesign
- Längsschnittliche Kohortenstudie
- Publikation
- Journal of Attention Disorders (exemplarische Einordnung)
Worum geht es?
Wirkt soziale Unterstützung protektiv gegenüber psychischer Belastung bei erwachsenen ADHS-Betroffenen, insbesondere Männern?
Wie wurde untersucht?
Zwei Erhebungswellen im Abstand von 18 Monaten bei 246 Erwachsenen mit ADHS-Diagnose, Erfassung von wahrgenommener sozialer Unterstützung und psychischen Symptomen.
Was kam heraus?
- Hohe wahrgenommene soziale Unterstützung sagte niedrigere Depressionswerte zur zweiten Erhebung voraus.
- Männer berichteten insgesamt geringere soziale Unterstützung als Frauen in der Stichprobe.
- Der Schutzeffekt sozialer Unterstützung war bei starker ADHS-Symptomatik besonders ausgeprägt.
- Einsamkeit war ein eigenständiger Risikofaktor unabhängig vom Schweregrad der Symptomatik.
Was wir daraus ziehen können
- Stabile Beziehungen können als wichtiger Schutzfaktor wirken und sollten aktiv gepflegt werden.
- Gerade Männer mit ADHS profitieren davon, soziale Netzwerke bewusst aufzubauen.
- Therapieansätze sollten soziale Ressourcen systematisch mit einbeziehen.
Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.
Grenzen der Aussage
Selbstauskünfte zur sozialen Unterstützung, zwei Messzeitpunkte begrenzen Aussagen zur Langzeitentwicklung.
- Keine objektive Messung der Unterstützungsqualität.
- Stichprobe überwiegend aus klinischen Einrichtungen rekrutiert.
- Geschlechtsunterschiede nicht im Detail statistisch kontrolliert.
Quellen
Originalarbeit und weiterführende offizielle Referenzen.
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