Substanzgebrauchsstörungen bei Erwachsenen mit ADHS: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse
Originaltitel: Substance use disorders in adults with ADHD: a systematic review and meta-analysis
Menschen mit ADHS, insbesondere Männer, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Substanzgebrauchsstörungen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung.
- Autor:innen
- van Emmerik-van Oortmerssen, K. et al.
- Jahr
- 2012
- Studiendesign
- Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse
- Publikation
- Drug and Alcohol Dependence
Worum geht es?
Wie hoch ist die Prävalenz von ADHS bei Menschen mit Substanzgebrauchsstörungen, und welche Geschlechtsunterschiede bestehen?
Wie wurde untersucht?
Metaanalyse von Studien, die die Prävalenz von ADHS in Populationen mit Alkohol- und Drogenabhängigkeit untersuchten.
Was kam heraus?
- Die ADHS-Prävalenz in Substanzgebrauchspopulationen liegt deutlich über der Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung.
- Männer mit ADHS zeigen in mehreren Studien ein höheres Risiko für Substanzgebrauchsstörungen als Frauen mit ADHS.
- Ein früher Beginn der ADHS-Symptomatik ist mit einem früheren Beginn von Substanzkonsum assoziiert.
- Eine adäquate ADHS-Behandlung wird mit einem geringeren Risiko für Substanzmissbrauch in Verbindung gebracht.
Was wir daraus ziehen können
- Unbehandelte ADHS kann ein relevanter Risikofaktor für späteren Substanzmissbrauch sein
- Bei Suchterkrankungen sollte eine mögliche zugrunde liegende ADHS aktiv mit abgeklärt werden
- Eine frühzeitige, gut begleitete Behandlung kann präventiv wirken
Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.
Grenzen der Aussage
Kausale Richtung zwischen ADHS und Substanzgebrauch lässt sich aus Querschnittsdaten nicht sicher ableiten.
- Viele Studien sind querschnittlich angelegt, keine reinen Verlaufsstudien
- Komorbide Störungen wie Depression wurden nicht immer getrennt betrachtet
- Diagnosekriterien für ADHS variierten zwischen Primärstudien
Quellen
Originalarbeit und weiterführende offizielle Referenzen.
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