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ADHS und berufliche Produktivität sowie Fehlzeiten

Originaltitel: ADHS und berufliche Produktivität sowie Fehlzeiten

Daten der WHO World Mental Health Survey zeigen, dass Erwachsene mit ADHS im Vergleich zu Kolleg:innen ohne ADHS deutlich mehr krankheitsbedingte Fehltage und einen höheren Verlust an Arbeitsproduktivität aufweisen, was erhebliche volkswirtschaftliche Kosten verursacht.

Autor:innen
de Graaf, R. et al. (WHO World Mental Health Survey)
Jahr
2008
Studiendesign
Internationale bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie
Publikation
Occupational and Environmental Medicine

Worum geht es?

In welchem Ausmaß beeinträchtigt ADHS bei Erwachsenen die berufliche Produktivität und Anwesenheit am Arbeitsplatz im internationalen Vergleich?

Wie wurde untersucht?

Analyse von Umfragedaten aus mehreren Ländern im Rahmen der WHO World Mental Health Survey, mit Erfassung von Fehlzeiten, Präsentismus und selbstberichteter Arbeitsleistung bei Personen mit und ohne ADHS-Symptomatik.

Was kam heraus?

  • Erwachsene mit ADHS berichteten deutlich mehr krankheitsbedingte Fehltage pro Jahr.
  • Präsentismus, also verminderte Leistungsfähigkeit trotz Anwesenheit, war bei ADHS besonders ausgeprägt.
  • Die geschätzten volkswirtschaftlichen Kosten durch Produktivitätsverlust waren erheblich.
  • Unbehandelte Symptome waren mit stärkeren Einbußen verbunden als behandelte ADHS-Fälle.

Was wir daraus ziehen können

  • Eine adäquate Behandlung von ADHS kann Fehlzeiten und Produktivitätsverluste deutlich reduzieren.
  • Präsentismus sollte bei der Bewertung der Arbeitsfähigkeit stärker berücksichtigt werden.
  • Betriebliche Gesundheitsförderung sollte ADHS gezielt mitdenken.

Einordnung durch die Redaktion – keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung.

Grenzen der Aussage

Die Datenerhebung erfolgte über Selbstberichte ohne klinische Diagnosebestätigung in allen Fällen, und kulturelle Unterschiede zwischen Ländern könnten Ergebnisse beeinflussen.

  • Selbstberichtete Symptome statt durchgängig klinischer Diagnostik.
  • Kulturelle und arbeitsmarktbezogene Unterschiede zwischen Ländern.
  • Querschnittsdesign erlaubt keine Kausalaussagen.

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